Limousine von Kim Il-sung
Am Donnerstag ging es dann hauptsächlich darum Sachen zu packen, Pakete zu verschicken und die Wohnung freizuräumen. Dazu gehörte auch das Verkaufen von Sachen, die ich nicht mit nach Deutschland nehmen möchte, wie beispielsweise meinen Tisch oder mein Bett. Hier zeigte sich leider ein weiterer Kulturunterschied, denn die Koreaner scheinen nicht immer die zuverlässigsten zu sein oder ändern auch spontan ihre Meinung. Schon am Dienstagabend wollte jemand kommen, um meine Mikrowelle zu kaufen und wir sind deswegen extra früher vom Strand nach Hause gefahren. Dort haben wir dann aber vergeblich gewartet, da der Käufer nicht vorbeigekommen ist. Telefonisch erreichbar war er auch nicht. Erst viel später hatte er uns geschrieben, dass er es aus beruflichen Gründen zeitlich nicht mehr geschafft hat. Kann ja sein, dass es so gewesen war, aber dann hätte er wenigstens absagen sollen. Am Donnerstagmorgen kam eine Frau vorbei, die meinen Tisch kaufen wollte. Als wir den Tisch schon in den Hausflur getragen hatten, ist sie erst zu der Erkenntnis gekommen, dass der Tisch nicht ins Auto passt. Da wir die Maße des Tisches online gestellt hatten, hätte man sich auch hier vorher schon darüber Gedanken machen können. Am Donnerstadabend hat der Käufer meines Betts kurzfristig Bescheid gesagt, dass er eine halbe Stunde später kommt. Bei den anderen Verkäufern hat aber alles gut geklappt. Im Endeffekt bin ich so auch alles los geworden, bis auf mein Fahrrad, was ich dann Sanis Bruder vermacht habe.
Am frühen Nachmittag war ich noch für die Fahrt einkaufen. Ich hatte von einer Studentin als Abschiedsgeschenk einen Gutschein über 26.000 Won (~ 21 Euro) von Paris Baguette, einer koreanischen Bäckereikette, erhalten, und habe dies genutzt, um Backwaren zu kaufen.
Ein wenig später kam Sanghee vorbei und wir sind zusammen zur Post gefahren, um die letzten zwei Pakete aufzugeben. Obwohl ich meinen Pc auseinandergebaut habe und viele Komponenten mit ins Flugzeug nehme, war es immer noch sehr teuer. Insgesamt habe ich für alle vier Pakete 300.000 Won (240€) bezahlt und das obwohl drei Pakete mit dem Schiff geschickt werden. Wir hatten aber auch in sofern Pech, dass die Preise erst zum Juli erhöht wurden, was in meinem Fall ca. 50.000 Won ausmacht. Im Nachhinein war es auch nicht gut überlegt. Für den Lufttransport meines Computergehäuses, dem Mainboard, CPU und einiger Lüfter habe ich gut 100 Euro bezahlt. Besser wäre es gewesen, wenn ich Mainboard und CPU auch noch ausgebaut hätte und das Gehäuse hier verkauft hätte. Auch mit dem Risiko, dass Mainboard und CPU die Fahrt nicht überstehen, wäre ich im Erwartungswert wohl günstiger gefahren. Aber Hinterher ist man immer schlauer ;)
Am Abend ging es dann nochmal in die Stadt. Nachdem ich im Lotte Mart noch scharfes Ramen als Mitbringsel gekauft habe, habe ich mich mit Sanis Familie in einem Restaurant getroffen. Wie so oft gab es koreanisches BBQ, wobei wir heute Schweinerippe hatten, was nochmal etwas besser geschmeckt hat als der typische Schweinebauch. Insgesamt war es ein lustiger Abend. Danach ging es wieder nach Hause, wo mal wieder aufräumen angesagt war.
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