Baegunsan - Tag 12

Sonntag 25.09.

Am Sonntag bin ich recht früh aufgestanden. Da das Wetter ganz angenehm erschien, habe ich mir überlegt seit Ewigkeiten mal wieder joggen zu gehen. Nah an meinem Haus gelegen liegt ein kleiner Berg namens Baegunsan, zu dem ich kurze Zeit nach meiner Ankunft schon mal mit Sani gegangen bin. Damals sind wir nur eine wenige Meter in den Wald des Berges gegangen und dann wieder umgekehrt, da es zu viele Insekten gab.
Mein Plan war es den Berg so gut es geht hochzujoggen. Wie utopisch das ganze Vorhaben war, habe ich schon nach den drei Warmmachrunden im Park vor meinen Haus gemerkt (eine Runde ist ca 100 Meter). Ich hätte nicht gedacht, dass es um meine Kondition so schlecht bestellt ist.  Dazu hat sich seit langem mal wieder mein hyperreagibles Bronchialsystem bemerkbar gemacht. Zu meiner Entschuldigung kann ich aber angeben, dass es wieder mal sehr drückend und schwül war, obwohl die Temperatur an sich mit 23 Grad nicht zu hoch war.
Trotz meines konditionellen Engpasses habe ich mich aufgemacht zum Berg. Nach ca. 100 Meter im Wald, in dem die Steigung erst richtig beginnt, wurde mir dann vollkommen die Utopie des Vorhabens bewusst. Mitunter ist die Steigung so groß, dass man schon beim Hochgehen leicht außer Atem kommt. Dementsprechend habe ich mich dann auch dazu entschlossen zu gehen statt zu joggen. Von meinen Joggingversuchen noch ganz außer Atem musste ich dann auch beim Gehen öfters Pausen einlegen. Auf halber Höhe des Berges gab es einige Klimmzugstangen und zwei weitere Trainingsgeräte. Nach ein bis zwei kurzen Übungen und einer weiteren Pause ging es weiter zum Gipfel.
Klimmzugstangen auf halber Strecke zum Gipfel
Eigentlich hatte ich gedacht, dass es ein einfacher kleiner Berg sei, für den sich niemand interessiert, aber auf dem Weg zum Gipfel habe ich mehr und mehr Leute getroffen, die dort gewandert sind. Interessant zu sehen war, dass die Koreaner fast ausnahmslos alle mit kompletter Wanderausrüstung gewandert sind. Ich stand dazu im krassen Gegensatz mit meinen Joggingschuhen und kurzer Hose. Meiner Meinung nach ist das Outfit gemessen an der Länge des Aufstiegs eher übertrieben und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Der ganze Weg von meinem Haus bis zum Gipfel ist nicht sehr lang. Ich denke es sind nur ca 1,5 km. Oben angekommen war ich aber trotzdem komplett durchgeschwitzt, denn der Gipfel liegt 255 Meter hoch. Vom Gipfel hat man die Möglichkeit in nahezu alle Richtungen zu schauen und man kann fast alles von der Insel sehen. Leider war die Sicht aufgrund des Nebels oder Dunst nicht besonders gut und man konnte nicht sehr weit schauen.  Man konnte aber schon erahnen das man eine fantastische Sicht haben muss, wenn man klares Wetter hat.
Weg auf dem Berg
Gipfelstein
Blick vom Gipfel
Andere Blickrichtung
Blick auf meine Siedlung
Blick von der anderen Seite des Gipfels
Auf dem Weg zurück in meine Siedlung konnte ich endlich meinem ursprünglichen Vorhaben wieder nachgehen und joggen. Das Runterlaufen hat sehr viel Spaß gemacht, obwohl (oder gerade weil) es aufgrund der Steigung auch sehr anspruchsvoll war. Nach zwei Runden auf dem Steinweg vor meinem Haus zur Fußmassage, ging es dann erstmal wieder rein zum duschen.

Nachmittags sind Sani und ich in die Stadt gefahren, da Sani im Internet zwei kostenlose Stühle gefunden hat und ein vielversprechend aussehendes Fahrrad. Außerdem wollten wir noch in einem Fitnessstudio vorbeischauen, um uns über deren Leistungen und Preise zu informieren.
Nachdem wir die Stühle abgeholt haben, sind wir zum Fitnessstudio in der Innenstadt gefahren. Das Fitnessstudio ist im ersten Stock eines mehrstöckigen Hauses gelegen und über einen Fahrstuhl erreichbar. Im ersten Stock angekommen, standen wir ganz unerwartet direkt im dunklen Fitnessstudio. Leider ist das Fitnessstudio Sonntags geschlossen und dementsprechend war niemand da. Witzig war allerdings, dass man trotzdem einfach reingehen konnte. Rein theoretisch hätte man auch einfach im Dunkeln trainieren können.
Nach dem Fitnessstudio sind wir kurz in einer Bäckerei gewesen, von der Sani gehört hat, dass sie recht günstig sein soll. Die Bäckerei hatte viele interessante Sachen und hatte in der Tat gute Preise. Brot war zwar etwas teurer als im Supermarkt, aber dafür waren andere Backwaren recht günstig, teilweise sogar günstiger als in deutschen Bäckereien.
Die Bäckerei
Unsere Ausbeute
Anschließend haben wir uns aufgemacht, um uns das Fahrrad anzuschauen. Das Fahrrad machte einen ordentlichen Eindruck, auch wenn ein wenig zu klein, und ich denke der Preis war mit 50.000 Won (40 Euro) auch okay, zumal es das Schloss mit dazu gab. Ich konnte es auf dem Rückweg zu meiner Wohnung direkt ausprobieren und es fährt sich ganz gut. Ich bin ziemlich froh, dass ich endlich ein Fahrrad habe, da es mir noch etwas mehr Unabhängigkeit verschafft. Außerdem denke ich, dass es sich auch bald rentieren wird, da ich nun nicht den Bus nehmen muss, wenn ich zur Metro, zu Sani oder später ins Fitnessstudio fahren möchte.
Mein neues Fahrrad
Am späten Nachmittag sind wir dann noch ans Südende der Insel gefahren, um an den Strand zu gehen und uns das Meer anzuschauen. Allerdings war gerade Ebbe und da die Gezeiten hier auch so stark ausgeprägt sind, wie in Deutschland, war kaum Wasser zu sehen. Es war dennoch interessant, da der Meeresboden hier anders aussieht, als man es vom Wattenmeer gewohnt ist. Zudem konnte man Leute beobachten, die im Meeresboden nach Krabben und dergleichen gesucht haben.
Meeresboden bei Ebbe
Zum Abschluss des Tages haben wir uns im Convinientstore bei mir um die Ecke etwas zu Essen besorgt und uns zum ersten mal auch draußen hingesetzt. Mit dem Sonnenschirm und den Plastiktstühlen sieht es etwas billig aus, der Cheeseburger mit einer Schicht Mac and Cheese hat aber trotzdem geschmeckt.
Draußen vorm Convinientstore

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